Ursachen der Flugangst - Ausführliche Informationen

Mangelnde Informationen über das Fluggeschehen erzeugen Angst. Die Angst vor dem Unbekannten, der Komplexität und Undurchschaubarkeit der Technik ist leicht nachzuvollziehen, dabei hilft auch kein Flugangst Seminar. Dass eine große Flugmaschine überhaupt abheben kann und sogar bei Ausfall der Triebwerke weiterhin fliegt, ist für den Menschen ohne weiterführendes Physikwissen schwer nachvollziehbar. Damit verbunden werden viele Faktoren des Flugablaufes mit Anspannung und Skepsis betrachtet. Allein die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen sowie die Sicherheitshinweise des Flugpersonals vor dem eigentlichen Start können die Flugangst schüren und somit die eigene Anspannung steigern. Die Fluggeräusche und ungewohnte Körperempfindungen bei Start und Steilflug können Angstauslöser sein. Den Steigwinkel von 18 Grad empfinden viele Passagiere als "senkrecht nach oben steigend". Der Druck in den Ohren sowie das eigene Körpergewicht, welches einen selbst in den Sitz drückt, ist für viele Passagiere sehr unangenehm.

Die Flugbedingungen 

Kennst du die Ursachen von Flugangst?Die Kenntnis, dass sich die Tragflächen bis zu acht Meter nach oben bzw. unten biegen können ohne zu brechen und dass ein Flugzeug bei Blitzeinschlag wie ein Faraday´scher Käfig funktioniert, kann helfen, gelassener zu fliegen. Einschneidende Erlebnisse während eines Fluges, wie z.B. eine außerplanmäßige Landung oder das Durchstarten im Landeanflug, können traumatisieren und eine starke Erwartungsangst aufbauen, dass gleiches beim nächsten Flug wieder passiert. Du musst wissen, das fliegen das sicherste Verkehrsmittel auf der Welt ist. Wenn du dir diese Tatsache erst einmal bewusst gemacht hast, dann hast du schon fast die halbe Miete hinter deiner Angst. Stelle dich deiner Angst und werde sie mit meiner Hilfe ein für alle mal los, sodass du dich nie mehr vor dem Fliegen fürchten musst.

Angst als Reaktion

Die Angst ist eine angeborene psychische und körperliche Reaktion in lebensbedrohenden Situationen. Je nachdem, wie wir eine Gefahrensituation einschätzen, reagiert unser Körper mit Kampf- oder Fluchtreaktionen. Die Angstreaktion ist eine nützliche und natürliche Reaktion. Doch sie kann auch außer Kontrolle geraten und zum Problem werden.

Verhaltensebene

Die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen ruft eine unmittelbare Angstreaktion hervor, die beim Passagier den Drang nach Flucht auslöst. Die Flucht aus der Situation bringt ein rasches Nachlassen der Angst mit sich. Die Vermeidungsreaktion wird als Erleichterung erlebt, da die Angst spürbar nachlässt. Diese Verstärkung des Vermeidungsverhaltens führt dazu, dass sich dieses festigt. Das Problem besteht darin, dass durch Vermeidung Angst nicht abgebaut wird, da der Betroffene sich nicht mehr dieser Situation aussetzt, um dort vielleicht festzustellen, dass seine Angst unbegründet ist. Je mehr sich die Angst ausbreitet um so stärker wird der persönliche Lebensraum eingeschränkt und die Lebensqualität reduziert. 

Angst und Stress

Bei einem insgesamt ausgeglichenen Erregungsniveau des Körpers erhöht der kurzfristige Erregungsanstieg die Leistungsfähigkeit. Mittelhohe Erregung hat sich in vielen Situationen als motivations- und leistungsfördernd herausgestellt, während völlige Gleichgültigkeit oder starke Erregung eher leistungsmindernd wirken. Welches Erregungsniveau bei einem Menschen vorliegt und welche Reize von ihm als bedrohlich bewertet werden, hängt nicht nur von der Lebensweise, sondern auch von der Lernerfahrung der Person ab. Wenn eine Person mit einem bestimmten Reiz konfrontiert wird, erfolgt zunächst eine Bewertung der Situation. Wird die Situation als bedrohlich eingeschätzt, folgt eine Abschätzung der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten. Ist das Ergebnis derart, dass die Bewältigungsmöglichkeiten nicht ausreichen, wird die Person flüchten oder die Situation vermeiden. Bei ausreichenden Bewältigungsmöglichkeiten wird sie sich einem Kampf bzw. dem Problem stellen. Das Gefühl, über unzureichende Bewältigungskompetenzen zu verfügen, kann seinerseits als Stressor wirken. Umgekehrt kann die Erfahrung, Belastungen erfolgreich bewältigt zu haben, eine Erhöhung der eigenen Bewältigungskompetenzen bewirken und so die "Stressempfindlichkeit" einer Person reduzieren.

Kontrollverlust und Hilfslosigkeit

Die Bezüge zwischen Angst und der empfundenen Kontrolle über die Situation und das eigene Wohlbefinden sind bei Flugangst besonders offenkundig. Als Flugpassagier ist man gezwungen, sich den Piloten und der Technik anzuvertrauen oder, wie es die meisten Flugphobiker empfinden, regelrecht "auszuliefern". Die Angst vor dem Fliegen kann existentiell bedrohliche Ausmaße annehmen: die erwartete Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit, Todesangst, Angst vor Verletzungen und die Angst vor dem Unheimlichen. Aus dieser Perspektive erscheint es einsichtig, warum Flugangst viel häufiger vorkommt als die Angst in anderen Transportmitteln. Auf dem Schiff, in Zügen oder Autobussen vertrauen wir uns auch fremden Menschen an, welche die Situation lenken. Zum einen wird jedoch das Ausmaß der Gefahr, wenn sie denn eintritt, als wesentlich geringer erachtet. Zum anderen befinden sich diese Situationen auf festem Boden oder im Fall des Schiffes zumindest auf dem uns eher vertrauten Medium Wasser und bieten somit die Möglichkeit einzugreifen.

Der Fahrgast kann aussteigen, die Notbremse ziehen, ins Rettungsboot steigen oder schwimmen, er hat im Falle eines Zwischenfalls die Möglichkeit zu aktivem, zielgerichteten Handeln. Bei der Situation des Fliegens hingegen wird dem Menschen buchstäblich der Boden unter den Füßen genommen. Das Gefühl, das eigene Wohl in die Hände Fremder legen zu müssen ohne selbst Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können, ist bei Flugangst ein sehr häufiger Angstauslöser. Besonders typisch ist diese Art der Angst für Menschen, die in ihrem eigenen (Berufs-) Leben sehr viel Handlungsspielraum haben und eine Position innehaben, welche mit dem Tragen von Verantwortung verbunden ist. In einigen Fällen haben flugängstliche Passagiere sogar selbst eine Privatpilotenlizenz, sehen sich aber außerstande, sich anderen Flugzeugführern anzuvertrauen. 

Erlebte Ereignisse

Veränderungen der Lebenssituation wie Scheidung, Heirat, die Geburt eines Kindes, ein Todesfall oder auch ausgeprägte Gewichtsabnahme oder eine schwere Krankheit können unter bestimmten Begleitumständen bei einigen Personen Flugangst zur Folge haben. Auch positive Veränderungen der Lebenssituation sind mit einer Neuorientierung und Umgestaltung des Lebens verbunden und können je nach individueller Bewältigungskompetenz als mehr oder weniger große Stressfaktoren wirken. Sehr häufig ist Flugangst bei Frauen zu beobachten, die zuvor entbunden hatten. Ob dies mit der für die Psyche und den Körper sicherlich bewegenden Erfahrung der Schwangerschaft und Geburt zusammenhängt und ob die neue Verantwortung für das Kind generell risikoscheuer macht, ist noch nicht geklärt. In den Seminaren für entspanntes Fliegen gaben einige Frauen an, aus Angst, ihre Familie allein zurückzulassen, Flugreisen zu vermeiden oder nur noch getrennt vom Partner durchzuführen, damit im Ernstfall ein Elternteil lebt.

Die häufigsten gleichzeitig bestehenden Phobien

Weitere Phobien

Flugphobiker, bei denen die Flugphobie die einzige klinisch-relevante Phobie ist, sind in der Minderzahl. Sehr häufig treten im Zusammenhang mit der Flugangst auch andere Ängste auf. Diese können als Folge des Vermeidungsverhaltens auftreten, da sich die Angst bei Vermeidung auch auf andere Situationen überträgt. Sie können aber auch der Flugangst zeitlich vorausgehen und somit in einer möglichen ursächlichen Beziehung zu ihr stehen. 

Klaustrophobie

Die Angst vor geschlossenen Räumen findet sich sehr häufig parallel zur Flugangst. Die Enge und Abgeschlossenheit der Flugzeugkabine, Fahrstühle, Sessellifte mit geschlossenen Kabinen, Kinosäle, U-Bahnen, Züge, Busse, Straßenbahnen und Tunnel; all diese Situationen können intensive Angst auslösen. Gemeinsam ist allen Gegebenheiten die Empfindung, eingeschlossen zu sein und die Situation u. U. nicht sofort verlassen zu können, wenn die Person dies will.

Akrophobie

Phobien bei FlugangstAkrophobie bezeichnet Höhenangst. Angstauslöser sind Situationen wie der Aufenthalt auf einem Turm, einem Hochhaus, einem Balkon, auf einer Brücke oder an einem steilen Abhang. Höhenangst muss nicht zwangsläufig auch beim Fliegen auftreten. Manche Menschen verspüren Höhenangst nur dann, wenn sie sich im Freien aufhalten z.B. auf einer Aussichtsplattform. Stehen Sie dagegen hinter einer Glasscheibe im Inneren eines Hochhauses, kommt es zu keiner Angstreaktion. Im Flugzeug fehlt der Bezug nach außen, die Höhe wird nicht als unmittelbar erlebt und wird daher für diese Menschen auch nicht bedrohlich sein. In den Seminaren für entspanntes Fliegen waren häufig Teilnehmer ohne Flugerfahrung oder mit geringer Flugerfahrung, die aufgrund ihrer Höhenangst nicht gewagt hatten, aus dem Fenster zu sehen. Ermutigt, dies zu versuchen, waren sie überrascht, daß die Erfahrung keine Angst auslöste. 

Therapie der körperlichen Ebene

Der sympathische Anteil des vegetativen Nervensystems führt zu einer Aktivierung körperlicher Funktionen, die für eine Kampf- oder Fluchtreaktion lebensnotwendig sind. Dazu gehören die Erhöhung des Herzschlages, des Blutdrucks und die Durchblutung der Muskulatur. Der Blutzuckergehalt nimmt zu, Nieren und Nebenniere werden besser durchblutet. Die Verdauungstätigkeit wird eingeschränkt. Diese Funktionen belasten den Organismus in dieser akuten Gefahrensituation, da sie Energie benötigen. Aus diesem Grunde empfinden viele Menschen eine Übelkeit, gefolgt von Erbrechen und/oder Durchfall. Diese Reaktion zeigt, dass sich der Körper der Verdauungsarbeit entledigt. 

Bei einer akuten Angstreaktion sind folglich alle Bereiche, die das sympathische Nervensystem betreffen, voll aktiviert. Diese Reaktion des Körpers ist äußerst sinnvoll. Sie bereitet den Körper auf eine Handlung vor und steigert die Körperfunktionen, die in diesem Augenblick lebenserhaltend sind wie z.B. die vermehrte Durchblutung der Muskulatur, die notwendig ist zur schnellen Flucht- oder Angriffsübernahme. Diese Aktivierung des Körpers geht wieder in einen Entspannungszustand über, wenn die Gefahr vorbei ist.

Ebene der Gedanken und Gefühle

Das Verhaltensprogramm "Angstreaktion" kann aber nicht nur durch tatsächlich bedrohliche Ereignisse ausgelöst werden, sondern eben auch durch eine unangemessene Bewertung einer tatsächlich harmlosen Situation. Hier kommt der Ebene der Gedanken und Gefühle eine große Bedeutung zu. Der Ausgangspunkt für eine Angstreaktion ist die Bewertung der Situation als bedrohlich. Hat das Gehirn diese Meldung erhalten, wird das biologisch gesteuerte Programm gestartet.

Verhaltensebene

Im Falle der akuten Gefahr für Leib und Leben würden wir die Flucht ergreifen oder, wenn ein Kampf Aussicht auf Erfolg hat, uns diesem stellen. Bei einer Aktivierung des Körpers ohne die Möglichkeit zu Kampf oder Flucht wird die Energie, die der mobilisierte Körper bereitstellt, nicht verbraucht. Flugängstliche Passagiere werden kaum gegen das Flugzeug, die Höhe, die Enge oder gegen Turbulenzen kämpfen können. Stattdessen entsteht durch diese aufgestaute Energie eine innere Unruhe. Die häufigste Verhaltensweise bei Angst ist die Flucht aus der angstauslösenden Situation. Durch das Verlassen der Situation lässt die Angst unmittelbar nach, das Nachlassen der Angst wird kurzfristig als sehr erleichternd und wohltuend erlebt. Dies führt jedoch dazu, dass die Angst sich immer mehr festigt. Denn: Der einzige Weg, Angst dauerhaft zu bekämpfen besteht in der Konfrontation mit der angstauslösenden Situation, um hier eine neue, eine positive Erfahrung zu machen.

Wie sieht eine Angstbehandlung "auf allen Ebenen" aus?

Die psychologisch und hypnotischen geleiteten Intensivseminare für entspanntes Fliegen arbeiten in kleinen Gruppen von acht bis maximal zwölf Teilnehmern. Die Kurse dauern  zwei Tage, jeweils am Wochenende; sie bestehen aus einem vorbereitenden Training und einem abschließenden Hin- und Rückflug als der integrierten Praxisphase. Im vorbereitenden Teil werden neben- und nacheinander mehrere Strategien zur Angstbewältigung eingeübt. Zwei Überlegungen sind damit verbunden: Eine solche Palette von Möglichkeiten gibt jedem Teilnehmer die Chance, etwas Wirksames für seine speziellen Schwierigkeiten zu finden. Außerdem verleiht sie das Gefühl mehrfacher Sicherheit: Wer im Ernstfall mit einer Methode nicht zurechtkommt, kann immer noch auf eine andere zurückgreifen oder auf Medikamente zurück greifen. Die Strategien setzen dabei auf allen drei Ebenen an: 

Körperliche Ebene

Dass bei Angst allein durch Entspannung der Muskulatur wirksam gegengesteuert werden kann, gehört zu den wichtigsten Entdeckungen in der Psychologie der vergangenen Jahrzehnte. Sie können durch gezielte Entspannung jederzeit in das beschriebene Verhaltensprogramm eingreifen und ein weiteres Ansteigen der Erregung verhindern. Je früher Sie das tun, umso besser. Eine Abnahme der Sympathikusaktivität wird erreicht durch eine gezielte Aktivierung seines Gegenspielers, des Parasympathikus. Durch diese Zweiteilung des vegetativen Nervensystems nimmt zwangsläufig die Erregung ab, wenn Sie den Parasympathikus aktivieren. Gefühle wie Angst oder Stress führen zu einer Zunahme der Muskelspannung. Umgekehrt ist eine entspannte Muskulatur unvereinbar mit negativen Gefühlen. Die Progressive Muskelentspannung nach E. Jacobson ist eine hervorragende Technik zur Aktivierung des Parasympathikus, besonders in Kombination mit Entspannungs -Atemübungen.

Kurzatmen führt dazu, dass das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut aus dem Gleichgewicht gerät. Durch hastiges Einatmen und ungenügendes Ausatmen nehmen wir sehr viel mehr Sauerstoff auf, als wir benötigen, während der Kohlendioxidgehalt abnimmt. Die Eiweisskörperchen im Blut, die für den Abtransport von Kohlendioxid zuständig sind, werden buchstäblich "arbeitslos" und beginnen, Calcium-Ionen abzutransportieren, die ihrerseits dafür zuständig sind, die Muskeln geschmeidig zu erhalten. Die Folge ist leicht auszumalen: Die Muskeln verkrampfen sich. Die Muskelanspannung wirkt zurück auf das Gehirn und löst von neuem ein Alarmsignal aus. Abhilfe schafft langes Ausatmen, so dass sich das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid wieder normalisieren kann. Die Progressive Muskelentspannung reduziert die Muskelanspannung und ist nicht mit Angst und Stress vereinbar. Dies wird durch Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen erreicht.

Warum erst anspannen und dann entspannen?

Jeder Mensch hat ein gewisses Maß an Spannung, das ist ganz normal. Hätten wir diese Grundspannung nicht, würden wir schlichtweg umfallen. Häufig spannen wir jedoch unbemerkt auch Muskeln an, die wir zu dem Zeitpunkt nicht benötigen, wodurch ein ständig erhöhtes Anspannungsniveau entsteht. Jeder Mensch hat ein unterschiedlich hohes Niveau an Spannung, auch je nach Situation. Indem wir nun diese vorhandene Grundspannung bewusst verstärken und beobachten und dann möglichst schlagartig alle Anspannung entweichen lassen, senkt sich die Muskelanspannung ganz von selbst unter das Ausgangsniveau. Die Wirkung ist ähnlich wie bei einem Pendel; zieht man dieses zur einen Seite, (in Richtung Spannung), und lässt dann abrupt los, schwingt es automatisch über die Ausgangsposition hinaus zur anderen Seite in die Entspannung. 

Übungen und Tipps

Je nach Höhe der Ausgangsspannung werden Sie die Übungen und Tipps mehrmals durchführen müssen, bevor Sie die Entspannung richtig spüren. Aus diesem Grunde gelingen die Übungen am Anfang auch besonders gut, wenn man innerlich entspannungsbereit ist und sich ganz bewusst einmal zehn Minuten Zeit nimmt. Eine einfache und sehr wirkungsvolle Übung geht folgendermaßen: Spannen Sie alle Muskeln Ihres Körpers gleichzeitig an und halten die Anspannung einige Sekunden. Dann nehmen Sie abrupt die Spannung weg und lassen die Muskeln locker. Diesen Entspannungszustand dürfen Sie dann genießen und bei Bedarf die Übung wiederholen.

Wenn Sie sich entspannt fühlen, dann versuchen Sie den angenehmen Entspannungszustand noch einige Minuten aufrecht zu erhalten und zu genießen. Sie können dazu einfach entspannt sitzenbleiben und einer angenehmen Vorstellung z.B. von einem schönen Ort nachhängen. Sie können auch bewusst auf Ihre Atmung achten und sagen sich das Wort RUHE innerlich, indem Sie es in zwei Silben unterteilen. Beim Einatmen RU, beim Ausatmen HE. Die zweite Silbe ist dann wie ein Seufzer, bei dem jedesmal noch ein wenig Spannung abfließen kann. Sie werden feststellen, dass durch die Entspannung der Muskulatur auch andere Anzeichen körperlicher Unruhe und Erregung wie z.B. Herzklopfen, Schwitzen und Zittern zurückgehen oder ganz verschwinden. Sie werden sich insgesamt viel ruhiger und gelassener fühlen. Sie haben eine Technik zur Hand, mit der Sie körperliche und seelische Anspannung und Nervosität verringern und alltägliche Stresssituationen gelassener bewältigen können.

Ebene der Gedanken und Gefühle

Panikgedanken und Katastrophenphantasien können die körperliche Aktivierung aufrechterhalten und verstärken. Die wichtigsten Strategien, diese Gedanken zu verändern und zu überwinden sind:

• Sich auseinandersetzen mit verlässlichen technischen Informationen.

• Gerade auch technisch Bewanderte, fast mehr noch als absolute Laien auf diesem Gebiet, reagieren sensibel auf die vielen unterschiedlichen Geräusche während eines Flugs, kalkulieren die Risiken von Materialermüdung und Wartungsmängeln oder auch von menschlichem Versagen. Ein Pilot der dba stellt sich in unserem Seminar diesen Fragen und erläutert detailliert die Abläufe von der Vorbereitung auf den Start bis zur Landung. Wo immer es sich organisatorisch einrichten lässt, schließt dieser Teil auch eine eingehende Besichtigung eines stehenden Flugzeuges ein, bei dem auch die Cockpitinstrumente erläutert werden. 

• Bewusstmachen von automatischen Gedanken. 

• Bei Angst neigen wir zu folgenden Denkfehlern:

• Hier werden einzelne frühere Erfahrungen zu allgemein gültigen Aussagen generalisiert: "Das war auf allen meinen Flügen schon so".
Personalisieren (Ich-Überschätzung bzw.-Unterschätzung)

• Ereignisse der Außenwelt werden extrem auf die eigene Person bezogen: "Wenn ich in dieses Flugzeug steige, stürzt es bestimmt ab".

Selbstentmutigung/Selbstunterschätzung:

• Gefühle der Ohnmacht dominieren das Erleben, die Möglichkeit zu aktivem Handeln wird nicht gesehen: "Ich kann im Flugzeug selbst nichts für mein Wohlergehen tun"

Absolutistisches Denken:

• Absolutistisches Denken betrifft die Vorstellung "Alles oder nichts" und äußert sich häufig in Extremen wie "das ist immer so, ich werde meine Angst niemals loswerden."

Irrationale Schlüsse:

• Betroffene legen sich häufig von vornherein auf einen negativen Ausgang des Ereignisses fest und verhalten sich oft auch dementsprechend: "Ich weiß genau, dass ich an Bord wieder eine Panikattacke bekomme". Im Seminar werden diese automatischen Gedanken kritisch und realistisch hinterfragt und konsequent zu Ende gedacht. Alternativ werden realistisch-positive Gedanken erarbeitet, die an Stelle des jeweiligen Automatismus treten. 

Verhaltensebene

Nichts verändert Angst mehr und nachhaltiger als neue, positive Erfahrungen in der direkten Konfrontation mit der bisher ängstigenden Situation - wenn diese neuen Erfahrungen vorbereitet sind. So werden hier erst die einzelnen Bewältigungsstrategien entwickelt und eingeübt, dann wird die gesamte Flugsituation in einer Art mentalem Training (mit den typischen Fluggeräuschen vom Band) durchsimuliert und erst dann geht es in das Flugzeug. Sicher steigen die meisten, trotz der Vorbereitung, zunächst mit einem gewissen Unbehagen ein. Trainer und häufig auch die Besatzung begleiten diese ersten Schritte in die neuen Erfahrungen. Nicht wenige schaffen es schon beim Hinflug recht gut - eine neue Qualität mit erneutem Start, erneuter Landung, wird oft schon zur Routine. Entscheidend für den Erfolg ist dabei die Lernerfahrung; ungeachtet der Rolle, als Passagier Kontrolle über die Situation zu haben, etwas aktiv zum eigenen Wohlbefinden beitragen zu können, statt wie bisher hilflos dem Geschehen ausgeliefert zu sein.

Das Ganze eingebettet in den Zusammenhalt einer Gruppe von Menschen, die alle mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben. Es kommt zu freundschaftlichen Beziehungen und zu einer engen Zusammenarbeit, wo sich einer um den anderen kümmert. Für manche ist es das erste Mal, dass sie offen über ihre Ängste reden können und dabei auf Verständnis stoßen. Das entlastet und nicht wenige Teilnehmer berichten rückblickend, dass diese Erfahrung es ihnen erleichtert habe, den zweiten Schritt im Seminar mitzumachen: die Trainingsflüge am Sonntag, im innerdeutschen Netz zu einem anderen Flughafen und zurück.


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